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Ostfriesland

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Ostfriesland Artikel

Ostfriesland Beschreibung
Ostfriesland Beschreibung
Wappen Ostfrieslands

Ostfriesland ist eine gewachsene, relativ homogene Landschaftsgegend zwischen dem 53. und 54. Breitengrad in dem Nordwesten des Bundeslandes Niedersachsen. Ostfriesland umfasst nach landläufiger Ansicht das Gebiet der ostfriesischen Halbinsel zwischen Ems- und Jademündung mit den vorgelagerten Inseln von Wilhelmshaven in dem Osten, der Nordsee in dem Norden bis zu den Niederlanden in dem Westen. Dies entspricht dem geografischen Ostfriesland, das allerdings nicht mit dem politischen, eher dem kulturell-historischen übereinstimmt. Politisch genannt Ostfriesland heute das Gebiet ohne das oldenburgische Friesland (Landkreis Friesland mit Zentrum Jever), den Ostteil der Halbinsel samt der Insel Wangerooge und das von Preußen aufgebaute Wilhelmshaven, sondern die Landkreise Aurich, Leer und Wittmund, sowie die kreisfreie Stadt Emden. Die Begrenzung nach Süden bildet der Oldenburger sowie der stark katholisch geprägte cloppenburgisch-emsländische Raum. Eine Sonderrolle spielt hier das Saterland. Es gehört zwar kulturhistorisch und sprachgeschichtlich zu Ostfriesland, kam aber aufgrund seiner isolierten Lage schon früh unter den Einfluss des Bistums Münster, während Ostfriesland dem Bistum Bremen unterstellt war. Diese Trennung aus der Zeit des Spätmittelalters wirkt sich bis in die Gegenwart hinein aus.

Ostfriesen fühlen sich als Teil der friesischen Kultur, als Friesen, die zwischen den Nationalstaaten der Niederlande, Deutschlands und Dänemarks die Nordseeküste bewohnen.

Die Jahrhunderte lange Isolation durch die Nordsee in dem Norden und Moore in dem Süden bedingte eine sehr eigenständige Entwicklung Ostfrieslands. Darum gibt es noch heute einen schwachen Hang zu dem Separatismus.

Inhaltsverzeichnis
Buch-Tipp: Bikeline Radtourenbuch, Nordseeküsten-Radweg Teil 2: Niedersachsen. Von der Ems nach Hamburg plattes, weites, windiges land bikeline hat auch für diesen wanderweg wieder einen ausgezeichneten radführer herausgegeben; streckenbeschreibung, kartenmaterial und übernachtungsverzeichnis versorgen radler mit allem, was man wissen muss. zur tour: als gebürtiges kind von der waterkant (allerdings ostsee) war ich von dem norseeküsten-radweg...

Landschaft

Auf den Inseln finden wir ausgeprägte Dünenlandschaften von Sanddünen, deren teilweise künstlich geförderter Bewuchs - hauptsächlich Strandhafer - das Wandern, d.h. den Abtrag mit nachfolgender Neuentstehung an anderer Stelle bzw. die Verlagerung verhindern soll.

Zwischen den Inseln und dem Festland befindet sich das Wattenmeer, ein einzigartiges Biotop, das seine Entstehung den Gezeiten verdankt indem es bei Ebbe weitgehend trocken fällt, bei Flut dagegen völlig unter Wasser liegt. Das Wattenmeer ist durchzogen von Prielen, über die das Wasser ab- oder zuströmt.

An vielen Stellen folgen dem Watt Salzwiesen, die ca. noch gelegentlich bei besonders hohem Wasserstand ganz oder teilweise überflutet werden. Auch diese bilden einen ganz eigenen Lebensraum, der besonders durch eine eigenwillige Pflanzengesellschaft geprägt ist, deren Pionierpflanze der Queller ist.

Um etwa 1 Tausend u.Z. begannen die Menschen, sich durch Deiche gegen die Nordseefluten zu schützen. Dennoch kam es in dem Zuge großer Flutkatastrophen stets wieder zu teilweise erheblichen Landverlusten. In dem Gegenzug aber begannen schon bald die Menschen, Neuland aus dem Meer zu gewinnen. Es entstanden so genannte Polder.

Der Küstenraum des Festlandes ist Marschland, das weiter landeinwärts in Niedermoor, Geest und (Hoch-)Moore übergeht.

An Mooren zu bezeichnen ist insbesondere das Gebiet um das Ewige Meer, bei der Ortschaft Eversmeer. Zahlreiche weitere Moorflächen, die Reste der ehemals großen Moore darstellen, und darin gelegene kleinere Seen wie z.B. das Lengener Meer sind heute ebenfalls Schutzgebiete. In jüngerer Zeit wurde vielfach durch Wiedervernässungsmaßnahmen der ursprüngliche Charakter zurückgewonnen nach dem diese Flächen über lange Zeit wegen ihrer Insellage inmitten von Kulturland stark entwässert und anschließend verbuscht waren.

Die Geest ist weitgehend auf sandigem Grund aufliegendes anthropogenes Kulturland.

Nach Auflösung der Allmende entstand dank der den Bauern auferlegten Pflicht, ihre Parzellen abzugrenzen und das Ausbrechen des Weideviehs zu verhindern, die typische Wallheckenlandschaft mit kleinen Weideflächen, die von busch- und baumbestandenen Erdwällen umgeben sind, deren Zugangsöffnungen mit den ebenso typischen grob gezimmerten Holztoren (Platt: hek) verschlossen werden.

Heutzutage findet man in Ostfriesland auch durchaus respektable Wald- bzw. Forstgebiete. In früherer Zeit dagegen waren größere geschlossene Waldbestände dort weitgehend unbekannt.

Man findet in Ostfriesland auch eine größere Anzahl natürlicher Seen deren größter das sog. "Große Meer" bei Bedekaspel, Gemeinde Südbrookmerland, ist.

Buch-Tipp: Das Hagebutten-Mädchen. Ein Inselkrimi. Geeignet für eine Juisturlaub Eine nette Lektüre, sehr unterhaltsam und spannend. Geradezu geeignet wenn man auf der Insel Juist Urlaub macht oder die Insel kennt. Dann sind einem nämlich die Orte bekannt, schließlich ist diese Nordseeinsel mit 16 km Länge und ungefähr 500 Meter Breite überschaubar. Ich habe beide Inselromane mit der Kommissarin...

Besiedlung

Früheste Siedlungsnachweise finden sich für jungpaläolithische Rentierjäger der Hamburger Kultur . Es folgen Nachweise mesolithischer Besiedlung und später neolithischer Siedlungen der Glockenbecherkultur, der Megalithkultur und der Schnurkeramiker . Für spätere Zeit ist die Siedlung germanischer Stämme aus dem Großverband der Ingwäonen nachgewiesen. Das waren Chauken und Friesen. Während ursprünglich Chauken das Gebiet zwischen Ems und Weser bewohnten, begannen etwa um die Zeitenwende Friesen in diesen Raum vorzudringen. Die Chauken wurden von diesen teils verdrängt, teils in deren Stammesverband aufgesogen. Seit dem zweiten nachchristlichen Jahrhundert werden die Chauken nicht mehr erwähnt. Von der Landseite her drängten derweil sächsische Stämme in die Geestgebiete vor. Die späteren Ostfriesen gingen aus der Mischung dieser Bevölkerungsgruppen hervor. Im frühen Mittelalter war eine Besiedelung ca. in höher gelegenen Geestgebieten und auf so genannten Warften (Erdhügel) in dem regelmäßig von der Nordsee überfluteten Marschland möglich. Erst der Deichbau (ab ungefähr 1 Tausend n.Chr.) ermöglichte es den Friesen die gesamte Marsch zu besiedeln ("Gott schuf das Meer, der Friese die Deiche").

Buch-Tipp: Das Sonnentau-Kind. Ein Küstenkrimi sie kann es Sandra Lüpkes versteht es, ihre Leser zu fesseln und damit in Erstaunen zu versetzen, wie sie sehr unterschiedliche Handlungsstränge miteinander verwebt. Neben dem Genuss (eindrucksvolle Schilderungen gehören bei ihr stets neben Witz und Sprachwitz dazu) gibt es in diesem Roman auch jede Menge Nachdenkliches bis Schockierendes, so...

Geschichte

Nach der ca. archäologisch zu erhellenden Vorgeschichte erschließt sich die Frühgeschichte Ostfrieslands teils über die Archäologie, teils über fremde z.B. römische Quellen. Die Berichte von Plinius, Tacitus und Strabo sind, obwohl ihre Aussagen über Zahl, Verteilung und Form der Siedlungen recht allgemeiner Natur sind, insofern wichtig, als sie einmal davon Kunde geben, dass die deutsche Nordseeküste schon in der Zeit um Christi Geburt bewohnt war. Plinius berichtet von den Chauken, die unter primitiven Verhältnissen in dem Wattgebiet zwischen Unterelbe und Unterems lebten. In dieses Gebiet drangen wahrscheinlich während der Völkerwanderung von Osten die Sachsen und von Westen die Friesen ein und nahmen das Küstengebiet in dauernden Besitz.

Klarer sieht man erst ab der frühkarolingischen Zeit. Damals existierte ein friesisches Großreich, das weite Teile des heutigen Westfriesland, Ostfriesland und Gebiete bis zur Weser umschloss und von Königen beherrscht wurde, deren Namen teilweise überliefert sind.

Der bekannteste der Großfriesischen Könige ist wohl Radbod, um den sich viele ostfriesische Sagen und Erzählungen ranken. An vielen Orten wird er z.B. durch Straßennamen geehrt.

Das Großfriesische Reich war aber ca. von relativ kurzem Bestand und fiel dann mit der Unterwerfung des östlichen Friesland durch Karl den Großen in dem Jahre 785 an die Franken.

Unter Karl d. Großen wurde Ostfriesland in zwei Grafschaften geteilt. Zu dieser Zeit setzte auch die Christianisierung durch die Missionare Liudger und Willehad ein. Ostfriesland wurde dann zu dem Teil dem Bistum Bremen, zu dem anderen dem Bistum Münster zugeschlagen.

Mit dem Verfall des Karolingerreiches löste sich Ostfriesland aus den früheren Bindungen und es entstand ein Verbund selbständiger, selbst verwalteter Bezirke, die jeweils jährlich als ihre Vertreter so genannte "Redjeven" (Rechtsprecher, Ratsmänner) wählten, die sowohl die Gerichtsbarkeit ausübten als auch die Verwaltung und Organisation ihrer Bezirke regelten. So blieb der in dem Mittelalter in Europa verbreitete Feudalismus in Ostfriesland unbekannt. Vielmehr verstanden sich die Friesen als freie Menschen, die keiner Obrigkeit verpflichtet waren.

Alljährlich versammelten sich während dieser Zeit der so genannten Friesischen Freiheit , die vom 12. bis in das 14. Jahrhundert währte, Abgesandte der 7 friesischen Seelande am Upstalsboom nahe Aurich, um dort Recht zu sprechen und politische Entscheidungen von überregionaler Bedeutung zu treffen.

Im Verlauf des 14. Jahrhunderts zerfiel die Redjeven-Verfassung zusehends und weitere Ereignisse wie z.B. der Ausbruch der Pest und große Sturmflutkatastrophen sorgten für weitere Destabilisierung der Verhältnisse. Diese Situation machten sich dann einige einflussreiche Familien zu Nutze und schufen ein Herrschaftssystem indem sie als "Häuptlinge" (hovedlinge) die Macht über mehr oder weniger weite Gebiete an sich rissen. Dabei etablierten sie aber zusätzlich kein Feudalsystem wie es in dem übrigen Europa zu finden war, sondern eher ein Gefolgschaftssystem, das älteren Herrschaftsformen germanischer Kulturen in dem Norden ähnelte indem die Bewohner der jeweiligen Machtbereiche zwar in einem Abhängigkeitsverhältnis zu dem Häuptling standen, diesem verschiedentlich verpflichtet waren, in dem Übrigen aber ihre Freiheit behielten und sich auch anderweitig niederlassen konnten.

Es folgte eine Zeit, geprägt vom ständigen Streit der Häuptlingssippen um Machtbereiche, Einfluss und Vorherrschaft, die erst endete, als Ulrich Cirksena, ein Angehöriger eines der letzten einflussreichen Häuptlingsgeschlechter von Kaiser Friedrich III. in den Reichsgrafenstand erhoben wurde und er mit Ostfriesland als Reichsgrafschaft belehnt wurde.

Unter der Herrschaft des später in den Fürstenstand erhobenen Hauses Cirksena entwickelte sich Ostfriesland gesellschaftlich und wirtschaftlich vorteilhaft. Die größte Ausdehnung erreichte die Grafschaft unter Edzard dem Großen, dem bedeutendsten Cirksena-Herrscher, unter dessen Herrschaft auch die Ausbreitung der Reformation in Ostfriesland begann. In dieser Zeit (1547 - 1625) lebte auch Ubbo Emmius, der bedeutende ostfriesische Humanist, Historiker und Gründungsrektor der Universität Groningen.

Während des Dreißigjährigen Krieges litt Ostfriesland große Not unter der Heimsuchung durch die Truppen des Grafen von Mansfeld.

Nachdem die Ordnung wiederhergestellt war, kam es zu einer unvergleichlichen Machtentfaltung der ostfriesischen Stände, die sich damit weitgehend unabhängig vom jeweiligen Landesherrn machten. Dies führte zu vielen Streitfällen aber der Versuch, die landesherrliche Macht wiederherzustellen schlug fehl. Aus der damaligen Vertretung der ostfriesischen Stände ging später die Ostfriesische Landschaft hervor, die noch heute deren Wappen führt, sich inzwischen aber von einer politischen Institution zu einer Einrichtung der Kulturpflege gewandelt hat.

Nach dem Tode des letzten Herrschers aus dem Hause Cirksena übernahm Friedrich der Große die Grafschaft Ostfriesland. Die nun folgende Zeit preußischer Herrschaft brachte für Ostfriesland einen erheblichen wirtschaftlichen Aufschwung, verstärkte Öffnung nach außen und vielerlei Neuerungen. In diese Zeit fällt auch der Beginn der Moorkolonisierung und die Gründung der Fehnsiedlungen.

Nach der Schlacht von Jena fiel Ostfriesland an Frankreich und wurde als Departementins Königreich Holland eingegliedert. Als die Franzosen nach der Schlacht von Leipzig wieder abzogen, wurde Ostfriesland noch einmal für kurze Zeit preußisch, wurde aber auf dem Wiener Kongress an das Königreich Hannover abgetreten. Die dann folgende Zeit war geprägt von Stillstand und teilweisem Rückschritt. Darum waren die Ostfriesen froh, als ihr Land 1866 wieder preußisch wurde und sich daraus tatsächlich umgehend ein Entwicklungsschub ergab.

Ostfriesland Beschreibung
Ostfriesland Beschreibung
Ostfriesland auf einer älteren Ansichtskarte

Über die Zeit des Nationalsozialismus in Ostfriesland finden sich umfangreiche Darstellungen, die die besondere Problematik und die zu dem Teil sehr unterschiedlichen Reaktionen und Verhaltensweisen in der Region beleuchten. Es würde den Rahmen sprengen, das an dieser Stelle weiter ausführen zu wollen.

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges, im besonders die Stadt Emden und das preußische Wilhelmshaven unter heftigem Bombardement gelitten hat, geriet Ostfriesland unter britische Besatzung.

Seit Gründung der Bundesrepublik Deutschland ist Ostfriesland Teil des neugegründeten Landes Niedersachsen.

Buch-Tipp: Der Tod kommt in Schwarz-Lila. Inselkrimi spannung pur dieses buch ist der hammer, einfach spannung pur, mehr geht nicht. einmal angefangen kann man nicht wieder aufhören zu lesen. und dazu die super beschreibung der gegend umd wilhelmshaven, wittmund, aurich und emden.

Sprache und Kultur

Bis zu dem 18. Jahrhundert war die ursprüngliche Sprache Friesisch weitgehend durch das (ostfriesische) Plattdeutsch abgelöst, das in Ostfriesland noch heute von mehr als der Hälfte der Bevölkerung aktiv gesprochen wird und sich deutlich von anderen niedersächsischen Sprachen abhebt. Ostfriesisch, das in zwei Varianten - einer ems- und einer weserfriesischen Form existierte - überlebte etwas länger auf den Inseln, z.B. auf Wangerooge und ist bis heute erhalten in dem nicht zu Ostfriesland gehörenden Saterland, das in früherer Zeit abgewanderten Ostfriesen als Zuflucht diente, wo sich die Sprache als Saterfriesisch (Seeltersk) wegen der Abgelegenheit der Region bis in die Gegenwart erhalten konnte und heute eine der kleinsten Sprachinseln Europas bildet. In dem Saterland gibt es seit dem Jahr 2 Tausend zweisprachige (deutsch/saterfriesisch) Ortsschilder. Seit 2004 dürfen auch einige Gemeinden in Ostfriesland zweisprachige Schilder (deutsch/plattdeutsch) aufstellen, so etwa Aurich (Auerk). In weiten Gebieten haben sich allerdings die plattdeutschen Ortsnamen auch erhalten, so dass keine zweisprachigen Schilder notwendig sind.

Kulturelle Besonderheiten Ostfrieslands sind der sprichwörtliche hohe Teekonsum (pro Kopf etwa 10mal höher als in dem restlichen Deutschland), um den sich eine eigene Ostfriesische Teekultur entwickelt hat, eigene Sportarten wie Boßeln, Klootschießen und Pultstockspringen und besondere Festtagsbräuche wie z.B. das Aufstellen des Maibaums am Vorabend des 1. Mai (das in eine große eurasische Traditionslinie gehört, in Ostfriesland aber eine eigene Form und eigene Regeln ausgeprägt hat), das Brautpfadlegen zu Himmelfahrt, das Martinisingen und andere. Einige besondere Traditionen haben sich zudem auf den ostfriesischen Inseln erhalten.

Die Typische Form des ostfriesischen Bauernhauses ist das Gulfhaus.

Buch-Tipp: Der Tod läuft mit. Ostfrieslandkrimi Klasse! Der liebevoll Ossiloop genannte Etappenlauf von Leer nach Bensersiel wird von einem mysteriösen Todesfall überschattet. Bei der ersten Etappe bricht ein reicher Manager zusammen und erliegt am Tag danachdem - wie sich herausstellt - hinterhältigen Giftmordanschlag. Auch die zweite Etappe fordert fast ein Todesopfer. Hauptkommissar Stahnke...

Konfessionen

Die ostfriesische Bevölkerung ist überwiegend protestantisch. In der Krummhörn, dem Küstenstreifen zwischen Norden und Emden sowie entlang der niederländischen Grenze (Rheiderland) herrscht das reformierte Bekenntnis vor. Die anderen ostfriesischen Regionen sind lutherisch geprägt.

Evangelische Freikirchen sind in Ostfriesland ebenfalls überdurchschnittlich stark vertreten. Die Geschichte der Emder Mennonitengemeinde reicht in die Reformationszeit zurück. Die Baptistengemeinden (heute: Evangelisch-Freikirchliche Gemeinden) entstanden in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Ausgangspunkt waren die Gemeinden in Jever und Westoverledingen-Ihren . Es folgte die Methodistenkirche, die mit ihren ostfriesischen Gemeindegründungen ebenfalls in dem 19. Jahrhundert begann. Freie evangelische Gemeinden begannen erst Anfang der 50er Jahre des 20. Jahrhunderts mit ihrer Wirksamkeit.

Die Römisch-katholische Kirche ist trotz des Zuzugs vieler katholischer Flüchtlinge in der Nachkriegszeit eine Minderheitskirche geblieben.

Die lutherischen Kirchengemeinden gehören zur Evangelisch-lutherischen Kirche Hannover. Die reformierten Christen sind Glieder der Evangelisch-reformierten Landeskirche Nordwestdeutschland. Die Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinden Ostfrieslands sind in die Nordwestdeutsche Vereinigung Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden integriert und bilden hier den Regionalverband Ems-Jade. Die katholischen Kirchengemeinden gehören zu dem Bistum Osnabrück.

Buch-Tipp: Der siebte Schlüssel Ostfriesland in dem Kriminalsumpf Ich komme selbst aus Ostfriesland und stand einem ostfriesischen Roman etwas kritisch gegenüber: In nicht einmal einer Woche habe ich das Buch verschlungen. Ein guter Krimi, der großen Werken des Genres sicherlich in nichts nachsteht. Überzeugend ist auch die detaillgetreue und für mich nachvollziehbare Beschreibung...

Wirtschaft

Immer wieder in dem Laufe der Geschichte haben sich in Ostfriesland Zeiten relativer Armut mit Phasen relativen wirtschaftlichen Aufschwungs abgelöst wobei insbesondere in dem Küstenraum, wo eine kleine Schicht wohlhabender Hofbesitzer einem kopfstarken ländlichen Proletariat gegenüberstand, häufig ein erhebliches Sozialgefälle festzustellen war.

Als Reaktion auf die ärmlichen Verhältnisse suchten junge Leute vielfach als Wanderarbeiter z.B. in den Niederlanden ein Auskommen (sog. "Hollandgänger") oder verließen ihre Heimat ganz. Viele Ostfriesen wanderten z.B. in die Vereinigten Staaten von Amerika aus, wo noch heute ein starker Gemeinschaftssinn zu finden ist. Insbesondere die Älteren sprechen dort heute noch Ostfriesisches Platt.

Zu allen Zeiten war der Haupterwerbszweig die Landwirtschaft. An der Küste zudem noch Fisch- und Granat(Krabben)fang.

Auch wenn das äußerlich wenig in das Auge fällt, gehört Ostfriesland heute zu den strukturschwächsten Regionen Deutschlands mit einer durchweg hohen Arbeitslosenquote und ausgeprägter Tendenz zur Abwanderung junger, gut ausgebildeter Menschen. Einige Gemeinden sehen sich bereits mit erheblichen strukturellen Problemen aufgrund der zunehmenden Überalterung der Wohnbevölkerung konfrontiert.

Dennoch gehört mit einzelnen Ausnahmeorten Ostfriesland zu den geburtenstärksten Regionen Deutschlands, so dass entgegen dem allgemeinen Trend die Bevölkerungszahl aktuell noch steigt. Auch Gewinne durch Zuwanderung sind zu verzeichnen. Dies gleicht statistisch zwar Abwanderungsverluste aus, reduziert aber nicht die Probleme. Für die nachwachsende Generation bestehen erheblich Mängel in dem Bildungs- und Ausbildungsangebot. Für Mitbürger nichtdeutscher Herkunft gibt es allenfalls kleine Integrationsförderung. Zuwanderer sind vielfach Rentner, die Ostfriesland von früheren Urlaubsaufenthalten kennen und sich nach Ausscheiden aus dem aktiven Arbeitsleben dort niederlassen.

Die Haupterwerbsquellen sind Landwirtschaft und Fremdenverkehr. Die Region ist wenig industrialisiert. Industrielle Zentren von einiger Bedeutung finden sich lediglich in den Hafenstädten Emden und Wilhelmshaven. Der größte Industriekomplex der Region und damit der bedeutendste Arbeitgeber ist das Volkswagenwerk in Emden. Viele Ostfriesen finden zudem Arbeit bei der Meyer-Werft in dem benachbarten Papenburg. Die Stadt Leer ist außerdem der zweitgrößte Reedereistandort in Deutschland nach Hamburg.Ostfriesland ist touristisch bekannt durch die ostfriesischen Inseln Borkum, Juist, Norderney, Baltrum, Langeoog und Spiekeroog. Die Insel Wangerooge gehört zu dem Landkreis Friesland mit Sitz in Jever, ist also Oldenburger Gebiet. Auch das Binnenland mit seinen zahlreichen Fahrradwegen wird stets beliebter.

Buch-Tipp: Die Geschichte Ostfrieslands. Ein Überblick Klasse Überblick Die ganze Geschichte Ostfrieslands mit vielen guten Bildern, und das kurz und knapp. Das Buch ist sehr schön zu lesen, und es paßt prima zu einem schönen Urlaub in Norddeutschland. Viele Dinge hatte ich vorher noch nie gehört. Endlich einmal ein Buch, das sich nicht in Details verliert und trotzdem einen klasse Überblick gibt....

Landestypische Nutztiere

Ostfriesland hat als vordringlich landwirtschaftlich orientierte Region einige eigenständige Nutztierrassen hervorgebracht. Hervorzuheben sind dabei das Ostfriesenpferd , das Ostfriesische Milchschaf , das mittlerweile ca. noch in wenigen reinen Exemplaren vertretene schwarzbunte Rind und die Emder Gans sowie die Hühnerrasse "Ostfriesische Möwen " in verschiedenen Farbschlägen. Das zu dem Typ des Niederungsviehs gehörende schwarzbunte Rind gehört zu den bedrohten alten Rassen. Es wurde seit langem durch Hochleistungszuchten wie die sog. Holstein Friesian , eine in den Vereinigte Staaten Amerika entstandene Hybridrasse, verdrängt.

Buch-Tipp: Die Gordum-Verschwörung Echtes Krimi- Highlight Der Roman von Bernd Flessner ist spannend von der ersten bis zur letzten Seite. Man fiebert förmlich mit und möchte das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Dazu trägt natürlich auch der intelligente und elegante Schreibstil des Autors bei. Gefährlich ist dabei, dass man sich ca. zu leichtins Thema "verbeißt" und...

Bekannte Ostfriesen

Buch-Tipp: Ebbe und Blut. Ostfrieslandkrimi In dem Krummhörn ist was los! Kurz und knapp gesagt: Der Roman ist gut geschrieben und auch sehr spannend. Leider ist die Geschichte des ermittelnden Kommissars, der sich bei den Ermittlungen von Privatleuten helfen läßt, nicht ganz glaubwürdig. In einzelnen Kapiteln gibt es Längen, die man sicherlich hätte vermeiden können. Prima gemacht mit...

Theologen

Buch-Tipp: Fischer, wie tief ist das Wasser. Spannend Fällt schwer, dieses Buch aus der Hand zu legen. Spannend, mit interessanten Charakteren, von denen man mindestens einen zu kennen glaubt. Da liest man gerne über die eine oder andere "holperige" Handlung hinweg. Wen's stört kann sich 'ne Zeitung kaufen.

Wissenschaftler

Buch-Tipp: Greetsieler Glockenspiel. Ostfrieslandkrimi Ostfriesland, Windmühlen und ein Mord . . . Der zweite Fall für Kommissar Greven: Die 'Greetsieler Woche' ist der kulturelle Höhepunkt der Sommersaison in einem bekannten ostfriesischen Fischerdorf. Einen Tag vor der Eröffnung treffen sich die beteiligten Künstler zur gemeinsamen Besichtigung einer der beiden Greetsieler Windmühlen. So auch...

Politiker

Künstler

Sonstige

Städte und Gemeinden in Ostfriesland

Siehe auch


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